Alles neu und besser dank Agiler Software-Entwicklung? Eine Studie gibt Antwort

veröffentlicht von am 3. November 2011

Der agilen Software-Entwicklung liegen diverse Prinzipien zugrunde: das Produkt steht im Vordergrund (und nicht die Methoden), der Kunde soll so früh wie möglich und ständig in die Entwicklung einbezogen werden und oft handelt es sich um testgetriebene Prozesse, die Fehler in einem möglichst frühen Stadium entdecken und eliminieren sollen. Denn anders als bei klassischen Methoden der Software-Entwicklung steht das funktionierende Produkt im Vordergrund, und das von Anfang an.

Somit ist es nicht wirklich erstaunlich, dass eine groß angelegte Studie zum Thema “Softwaretests in der Praxis”, die im Mai 2011 von der Hochschule Bremen und Bremerhaven, der Fachhochschule Köln, der ANECON Software Design und Beratung GmbH, dem German Testing Board (GTB) und dem Swiss Testing Board (STB) durchgeführt wurde, die agile Software-Entwicklung zum Hauptthema hatte. Und das hat gute Gründe.

Zwar bevorzugt immer noch die Hälfte aller Befragten ein phasenorientiertes Modell, allerdings setzen bereits 29 Prozent auf agile Methoden. Und betrachtet man die Gruppe der Software-Entwickler, sind es sogar 39 Prozent, die der agilen Software-Entwicklung den Vorzug geben.

Interessant an der Studie ist auch die Tatsache, dass der Einsatz agiler Methoden von der Branche abhängt, in der sie zum Einsatz kommen. So setzen Software-Entwickler aus der Medienbranche auf agile Vorgehensweisen, Rüstung und Verteidigung sind da naturgemäß noch nicht so weit. Und betrachtet man die Systeme, die agil entwickelt werden, so werden moderne Methoden bei modernen Plattformen wie Webapplikationen und -services bevorzugt eingesetzt.

Interessant und wenig überraschend zugleich spielt die Firmengröße ein große Rolle, wenn es um den Einsatz agiler Entwicklungsmethoden geht. So kann man feststellen, dass kleinere Firmen deutlich häufiger auf agile Methoden setzen als große Firmen. Klar, denn gerade kleinere Unternehmen profitieren von den Prinzipien der agilen Software-Entwicklung ganz erheblich.

Eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit offenbart die Studie bei der Einbindung der Kunden in die Test- und Evaluierungsphasen. Zwar hat sich die agile Software-Entwicklung eine frühe und permanente Interaktion mit dem Kunden in den wichtigen Prozessen der Software-Tests auf die Fahne geschrieben, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. In sämtlichen Phasen bindet die klassische Sofwareentwicklung ihre Kunden stärker ein als die agile Entwicklung.

Interessant ist auch die Einschätzung aller Beteiligten eines Software-Projekts, was den Einsatz agiler Methoden betrifft. Gefragt nach der Wichtigkeit agiler Ansätze wie Pair Programming und Storycards kommen weder Tester noch Entwickler zu dem Schluss, das sei alles wahnsinnig wichtig. Also doch alles beim Alten?

Alle Ergebnisse, die Erhebung und Bewertung derselben und sonstige Informationen rund um die Umfrage finden Sie auf der zugehörigen Webseite. Viel Spaß beim Stöbern!


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