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Intel und Rapidmind gemeinsam in Sachen Multicore
Intel hat kürzlich die Multicore-Schmiede Rapidmind akquiriert. Da könnte man im ersten Moment die Frage stellen: “Warum tut Intel so etwas?” Schließlich gibt der Prozessorhersteller seit vielen Jahren große Dollarbeträge für Tools aus, die Software-Entwickler dabei helfen sollen, ihre Anwendungen für die zahlreichen Intel-Plattformen zu optimieren. Sieht man sich aber das Portfolio von Rapidmind etwas genauer an, wird schnell klar: Dieser Zusammenschluss folgt einer klaren Logik und bietet für beiden Seiten große Vorteile.
Zum einen werden die Rapidmind-Produkte und Lösungen in Zukunft von Intel vermarktet, was deren Reichweite natürlich drastisch erhöht. Zum anderen kommt Intel in den Genuss, die volle Bandbreite – sowohl technologisch als auch ressourcen-seitig – von Rapidmind zu nutzen. Und das geht meines Erachtens in diverse Richtungen.
Rapidmind-Tools wie Code Optimizer, Load Balancer, Data Manager und Diagnostics sind möglicherweise sehr gute Ergänzungen zu den vorhandenen Intel-Werkzeugen wie Parallel Studio, Thread Checker und Intel TBB. Vor allem, wenn man die Bandbreite der unterstützten Hardware seitens der Rapidmind-Tools genauer betrachtet: Ok, AMD-Prozessoren wird Intel wohl nicht im Visier haben, aber Grafiklösungen wie die kommende Larrabee-Plattform waren für Intel sicherlich ein wichtiger Kaufgrund.
Auch die Nähe der Rapidmind-Werkzeuge zu Embedded Hardware ist für Intel sehr interessant. Denn das IDF steht vor der Tür, und was könnte dort angekündigt werden? Genau, die nächste Generation des Atom-Prozessors. Und der könnte ja mit zwei Prozessorkernen ausgestattet sein. Dann kommt Rapidmind erst richtig zum Zug.
Und nicht zuletzt der Blick auf die unterstützten Betriebssysteme lässt den Deal zwischen Intel und Rapidmind logisch erscheinen. Neben Mac OS X und Windows stehen nämlich diverse Linux-Distributionen auf der Liste der kompatiblen Rapidmind-Produkte. Unter anderen wird das Linux-Derivat Fedora unterstützt. Und wo steckt Fedora drin? Na? Stimmt, im Intel-eigenen Linuxprojekt Moblin, das ja hauptsächlich auf Netbooks laufen soll, in denen möglicherweise demnächst Dualcore-Atom-CPUs werkeln. So kommt dann eins zum anderen, oder?!
Na, wir werden sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Ich werde mir auf dem Intel Developer Forum auf jeden Fall die Zeit nehmen, die Rapidmind-Produkte aus nächster Nähe zu begutachten und mit den zuständigen Entwicklern über meine Vermutungen zu reden. Und vielleicht gibt’s ja dann auch schon mehr in Sachen Atom-Prozessor zu berichten.



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