Vorheriger Beitrag: Trend Report 2011: Max Seelemann gibt Antworten zu Tools, Programmiersprachen und mehr
ISO veröffentlicht neuen C++11-Standard – und viele wichtige Fakten inklusive
Im März haben wir das erste Mal darüber berichtet: die zuständige Standardisierungsbehörde ISO/ITTF hat den neuen C++-Standard veröffentlicht, und zwar unter der etwas sperrigen Bezeichnung ISO/IEC 14882:2011, Information technology – Programming languages – C++. Die zugehörige Beschreibung kann man sich als PDF bei der ISO für 352 Schweizer Franken downloaden und sich genüsslich einverleiben. Dabei sollten Sie ein wenig Zeit mitbringen: die detaillierten Infos zum neuen C++11-Standard umfassen stattliche 1.338 Seiten.
Neben diesem kostenpflichtigen Monster-Dokument gibt es selbstverständlich eine eigens eingerichtete Webseite, die ein paar weiterführende Infos bietet. Wirklich interessant an dieser Seite ist die äußerst umfangreiche und informative Liste zu allen wichtigen Fragen und den zugehörigen Antworten. Da das Auflisten aller FAQs diesen Blogpost ein wenig aus seinen Angeln heben würde, habe ich die wichtigsten Informationen für Sie herausgesucht.
Ein interessante Frage ist an einen der für den Standard zuständigen C++-Entwickler selbst gerichtet, nämlich Bjarne Stroustrup. Sie lautet ganz schlicht und einfach, was er selbst von dem neuen C++-Standard hält. Seine Antwort ist nicht wirklich überraschend einerseits und doch aufschlussreich andererseits.
Denn C++11 fühlt sich laut Stroustrup wie eine völlig neue Programmiersprache an, da C++ ab sofort auf einer höheren, also abstrakteren Ebene stattfindet und sich damit “natürlicher” und effizienter programmieren lässt. Damit münden eigene Ideen schneller und besser in Objekte, Klassen, Klassenhierarchien, Vorlagen (Templates), Exceptions, Schleifen, Threads, etc. Aus diesem Grund können sich laut Stroustrup zum ersten Mal Programmierer an C++ heranwagen, die bisher nur mit moderneren Programmiersprachen zu tun hatten.
Eine weitere wichtige Frage beschäftigt sich mit der Umstellung der vorhandenen Compiler auf C++11, sodass C++-Entwickler die Features des neuen Standards nutzen können. Die gute Nachricht: fast alle bekannten Compiler von GCC, Clang, IBM, und Microsoft haben ihre C++-Übersetzer bereits an den neuen Standard angepasst. Und der Intel C++-Compiler mit der Version 12 unterstützt den neuen Standard auch schon.
Interessant ist auch die Antwort auf die Frage, welche Ziele erreicht werden sollten mit dem Verabschieden des neuen C++-Standards. Es ging dem zuständigen Komitee dabei vor allem um zwei Aspekte:
- C++ soll einfacher und schneller erlernbar und lehrbar sein.
- C++ soll sich in der neuen Version besser für die Systemprogrammierung und für das Erstellen von eigenen Bibliotheken eignen.
Na, es bleibt abzuwarten, inwiefern diese Ziele mit C++11 erreicht werden können.
Und wer es lieber gesprochen als geschrieben mag, dem seien die zahlreichen Videos wie das von Herb Sutter oder Bjarne Stroustrup empfohlen.
Keine ähnlichen Artikel.



Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.