Review: Multicore-Programmierung auf den dotnetpro.powerdays, Teil1

veröffentlicht von am 25. Juni 2010

Kaum sind die dotnetpro.powerdays vorbei, sitze ich schon wieder im Zug, auf dem Weg nach Frankfurt am Main, um mich auf dem dort stattfindenden Samsung Developer Day ein wenig über das samsung-eigene Mobil-OS Bada zu informieren. Die Zeit hier im ICE will ich mir mit dem ersten Teil meiner persönlichen Multicore-Event-Rückschau vertreiben.

Der Multicore-Programmierungs-Track auf den dotnetpro.powerdays 2010 wurde von Mario Deilmann eröffnet, der sich bei Intel u.a. um das Thema Compiler kümmert. Aber nicht nur das: Mario weiß auch eine Menge zu erzählen über die passenden Multithreading-Konzepte, was er auf der Entwicklertageskonferenz auch tat.

Seine Keynote fing mit einem grundsätzlichen Statement an: Die Multicore-Programmierung unterscheidet sich unter anderem in Sachen Abstraktionsebenen Das beginnt bei den eher komplizierten Thread-APIs, geht über OpenMP und Intel TBB und endet bei Tasks und den zugehörigen parallel-tauglichen Architekturen. Dabei gilt festzuhalten, dass je nach Abstraktionsgrad das Parallelisieren mithilfe der jeweiligen Methode mal mehr oder mal weniger kompliziert ist. So stellt sich das Parallelisieren mithilfe von POSIX-Threads kompliziert und fehleranfällig dar und skaliert darüber hinaus sehr schlecht.

Daneben sind Konzepte wie OpenMP ein guter Schritt in die richtige Richtung, allerdings basiert OpenMP immer noch auf expliziten Threads, was möglichst unter allen Umständen vermieden werden sollte. Jedoch konnten die Anwesenden später von Bernd Marquardt lernen, dass OpenMP vor allem für mathematische Anwendung oftmals eine gute, weil einfach anzuwendende Alternative ist.

Die beste Methode ist in vielen Fällen allerdings das Abstrahieren von Threads auf Basis von Tasks. Dies erfordert aber den Einsatz des passenden Frameworks inklusive der entsprechenden Entwicklungsumgebung. Solch ein Framework ist .NET 4 samt Visual Studio 2010, das ja noch recht jung ist. So hilft .NET 4 mithilfe von speziellen Funktionen, Klassen und Methoden, Anwendungen zu parallelisieren, ohne dass der Entwickler sich um das Erstellen, Verwalten und Anhalten/Löschen von Threads kümmern muss. Zudem helfen Thread-Pools beim optimalen Verteilen der Tasks auf die erforderlichen Threads. Dabei kommen Techniken wie Thread Stealing zum Einsatz, was ein effizientes Ausnutzen der vorhandenen Ressourcen garantiert.

Ein weiteres in Frage kommendes Parallel-Konzept befindet sich derzeit im Beta-Status und nennt sich Cilk, es ist einem Projekt des MIT entsprungen. Cilk wird Teil der nächsten C++-Compiler-Version von Intel sein. Mit Cilk bekommen Programmierer und Software-Entwickler ein mächtiges Tool zum nahezu automatisierten Parallelisieren von Anwendungen an die Hand. Cilk lässt sich laut Mario an einem Nachmittag erlernen und erfordert keine Änderungen am vorliegenden Quellcode. Allerdings sollte man sich vor dem Parallelisieren ein paar Gedanken darüber machen, wie der vorhandene Code möglichst effizient strukturiert werden kann, so dass Cilk seinen Job optimal erledigt.

Natürlich bietet Cilk Konstrukte wie parallel_for-Loops und beherrscht auch das Worker Stealing. Daneben reduzieren Hyperobjects die Gefahr von Data Races, ohne dass der Quellcode per Locks “serialisiert” werden muss. Sehr cool ist auch der Einsatz eigener Reducer, die deutlich flexibler als unter OpenMP und Intel TBB arbeiten Zudem generiert das Erstellen von Tasks mithilfe von Cilk deutlich weniger Overhead als das Erstellen von Threads bei vergleichbaren Konzepten wie OpenMP.

So, und wen Cilk jetzt so richtig neugierig gemacht hat, sollte dieses Blog in den nächsten Tagen immer wieder besuchen. Denn ich werde kommenden Dienstag mit Mario zusammensitzen und alles über Cilk aus ihm herausquetschen. Und die nächsten Teile meiner Multicore-Miniserie anlässlich der dotnetpro.powerdays gibt es natürlich auch sehr bald. See you then!


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