Sandy Bridge gestartet & Windows auf SoC

veröffentlicht von am 6. Januar 2011

Der Startschuss für die CES in Las Vegas ist erfolgt, und es gab gleich zu Beginn den erwarteten Paukenschlag von Intel: Gestern wurde die „2nd Gen Core-Generation“ (Sandy Bridge) offiziell präsentiert. Und mit der neuen Prozessor-Familie auch die ersten Notebooks mit den neuen Core-i-Chips gezeigt.

An der Namensgebung der bisherigen Baureihen Core i3, Core i5 und Core i7 wird sich nichts ändern. Dafür aber an der Leistung. Einen Geschwindigkeitszuwachs garantieren die Intel Turbo Boost Technik 2.0. Und die Intel Hyper-Threading Technik wird das Multitasking weiter verbessern, da ja jeder Prozessorkern zwei Aufgaben verarbeiten kann.

Das Besondere aber ist die neue Grafikleistung: Prozessor und Grafikprozessor (GPU) sitzen auf einem Chip und sind so direkt mit dem PCI-Controller verbunden. Die Verbesserung von Rechenleistung und Darstellungsqualität sind enorm – vor allem beim Video-Encoding. Wenn Sie die Gelegenheit haben, dann schauen Sie mal einen HD-Film auf einem Sandy-Bridge-PC. Gestochen scharfe Bilder ohne Aussetzer und Wartezeiten – selbst wenn Sie die Filme vom PC auf den Fernseher streamen. Dafür verantwortlich ist eine Reihe integrierter Grafiktechnologien wie Clear Video HD, HD-Grafik und Intel InTru. Kein Wunder, dass schon jetzt die Unterhaltungsindustrie reges Interesse zeigt.

Ein paar kritische Stimmen gibt es aber auch zur GPU – diese habe maximal die Leistung einer Grafikkarte aus dem unteren Preissegment und ersetze für Spieler keine externe Grafikkarte mit einem höheren Datendurchsatz. Das stimmt nur teilweise. In einem meiner nächste Beiträge werde ich gezielt auf Mythen und Fakten zu Sandy Bridge eingehen. Denn in diesen Tagen wird auch viel Unsinn zu den Intel Core-Prozessoren der zweiten Generation verbreitet.

Und noch ein Thema von der CES, das Software-Entwickler interessieren dürfte:

Während seiner Keynote hat Microsoft-Chef Steve Ballmer angekündigt, dass die nächste Windows-Generation, also der Nachfolger von Windows 7, nicht mehr nur für x86-Prozessoren designt werde, sondern auch für System-on-a-Chip (SOC)-Plattformen. Hintergrund: Die „Ein-Chipsysteme“ integrieren möglichst alle Teile der Systemfunktionen auf einem einzigen Prozessor und werden deshalb bislang vor allem als Embedded Systems in der Steuerungselektronik oder auch in portablen Devices mit begrenztem Funktions- und Speicherumgang eingesetzt.

Hierzu zeigte Steven Sinofsky, President, Microsoft Windows and Windows Live Division, dass auch Windows künftig mit den „kleinen“ Chips zufrieden sein wird und ließ eine Vorabversion des neuen Windows auf unterschiedliche System-on-a-Chip-Prototypen von Intel, Qualcomm, Texas Instruments, Nvidia und AMD laufen – inklusive hardware-beschleunigter Grafik-Unterstützung, Web-Funktionalität, USB-Treiber-Support und Druckerunterstützung. Spannende Sache! Zumal Micorosoft den Ball gleich weiterspielt: Jetzt sind die Hardware-Hersteller gefragt, neue clevere Formfaktoren für Mobile Computing zu finden. Auch für Software-Entwickler ergeben sich dadurch natürlich neue Chancen und Anforderungen. Wir bleiben dran.


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