TU München verstärkt ihr Multicore-Engagement
Erst am Freitag habe ich mich mit der Frage beschäftigt, warum in diesem Land zu wenig Geld und zu wenig Ressourcen in Sachen Multicore-Ausbildung gesteckt werden. Allerdings setzen einige Universitäten und Fachhochschulen bereits auf die Mehrkerntechnik und haben ihre Lehrpläne dahingehend optimiert.
So wie die TU München, die schon seit längeren mit Intel in Sachen Multicore-Programmierung zusammenarbeitet. Hierzu habe ich auf Blip.tv ein sehenswertes Video mit Professor Doktor Arndt Bode gefunden, dem Vizepräsidenten der Technischen Uni zu München.
In diesem sechsminütigen Videochat erfährt man diverse aufschlussreiche Dinge:
- Nicht nur Informatikstudenten sollten sich mit dem Thema Multiprozessor-Architektur beschäftigen, sondern auch die anderen Fakultäten. Und klar, programmieren für mehrere CPU-Kerne sollten sie auch können.
- Steigerungsraten in Sachen Rechenleistung lassen sich nur noch mithilfe mehrerer Prozessorkerne erzielen und der damit einhergehenden Threads, die parallel verarbeitet werden können. Denn die Zeiten der Gigahertz-Mania sind endgültig vorbei (sic!).
Ausbildungslücken bei der Multicore-Programmierung
Ein Interview auf Elektroniknet.de brachte mir eine fundamentale Erkenntnis: Die Multicore-Programmierung findet offensichtlich noch in einem zu geringen Ausmaß statt, da es nicht an Entwicklertools fehlt, sondern an Entwicklern, die damit umgehen können. Diese Theorie stellt zumindest Professor Klaus Kißig von der FH Kiel auf. Seine Kernthese dürfte die Ohren diverser Kollegen und Dekane anderer Bildungseinrichtungen zum Klingeln bringen:
Das Problem ist eher, dass es zu wenige Leute gibt, die die Kenntnisse haben, um diese Compiler effektiv anzuwenden und die Hardware optimal ausnutzen können.
Mit „diese Compiler“ meint er unter anderem Intel-Compiler, die ständig weiterentwickelt werden. Aber auch den Einsatz von OpenMP in Verbindung mit Standard-Compilern sieht er in diesem Kontext als großen Vorteil.
Das bedeutet also, dass es vor allem bei der Ausbildung hakt, da es die jeweiligen Einrichtungen bis dato offensichtlich noch nicht geschafft haben, neue Techniken wie Multicore-Systeme in den Vorlesungsplan zu integrieren.


