Zwei Videobotschaften in Sachen MeeGo
Ich habe ja hier schon das ein oder andere Mal über das künftige Linux-Derivat MeeGo berichtet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der Linux-Systeme Maemo von Nokia und Moblin von Intel. Damit wollen beide Unternehmen ihre Kräfte bündeln und ein Betriebssystem für möglichst alle tragbaren und mobilen Gadgets zur Verfügung stellen.
Passend dazu habe ich gerade zwei anschauliche Videos gefunden. Im ersten kommen Doug Fisher und Imad Sousou von Intel sowie Ari Jaaksi und Quim Gil von Nokia zu Wort. Im zweiten Clip reden Valtteri Hallá von Nokia und nochmals Imad Sousou über ihre Sicht der Dinge in Sachen MeeGo:
- MeeGo ist das perfekte Bertriebssystem für jede Art von mobilem und tragbaren Endgerät wie Smartphone, Netbook etc.
- Dank seines Open-Source-Gedankens steht MeeGo allen Entwicklern offen. Es gibt allso keinerlei Barrieren, um sich der MeeGo-Bewegung anzuschließen.
- MeeGo wird die gemeinsame Schnittstelle für die Programmierung linux-basierter Anwendungen sein. Egal, ob auf oder in Netbooks, Smartphones, Fernsehgeräten, Kühlschränken und sonstigen Geräten – MeeGo unterstützt sie alle und alle verstehen MeeGo.
- MeeGo wird – wenn es nach Intel und Nokia geht – die offene Software-Plattform für mobile Endgeräte sein. Das eröffnet Software-Entwicklern ganz neue Möglichkeiten, da sie nicht nur für einen Gerätetyp, sondern für eine Vielzahl von unterschiedlichen Devices Anwendungen schreiben können. Das spart Zeit und Geld!
Intel auf den Münchner M-Days 2010
Am 28. und 29. Januar 2010 werden in der Münchner BMW-Welt die alljährlich stattfindenden M-Days ausgetragen. Dort trifft sich die mobile Szene samt ihrer wichtigsten Vertreter wie die Telekom, Vodafone, Microsoft und – ihr ahnt es bereits – Intel. Und das aus gutem Grund.
Schließlich betritt ja Intel mobiles Neuland, indem es Anfang nächsten Jahres seinen eigenen App Store eröffnen will. Ok, das ist so nicht ganz korrekt, denn es handelt sich dabei um eine Art co-branded Netbook-Shop, der je nach Netbook-Hersteller (OEM) individuell auf der jeweiligen Netbook-Plattform realisiert werden kann. So gesehen ist die Teilnahme Intels an den M-Days 2010 nur logisch und konsequent.
Daneben hat bei der Entscheidungsfindung, sich für das Event zu engagieren, sicherlich auch der Beschluss seitens des Veranstalters geholfen, auf den M-Days 2010 erstmals einen Konferenztrack für Entwickler abzuhalten. Oder um es mit den Worten von 11 Prozent Communication zu formulieren:
Im Dach der BMW Welt steht ein neuer Kongress-Strang für die Softwarehäuser und Entwicklergemeinden bereit: Gerätegeneration, Mobile-Store-Weisheiten aber auch System Integrations-, Business Solutions-Themen werden für die Teilnehmer mit fundiertem Wissen und hilfreichen Informationen aufbereitet.
Neben den Informationen rund um den geplanten Intel App Store und dem zugehörigen Intel Atom Developer Program wird auch Wolfgang Petersen von Intel seine Sicht der mobilen Dinge darlegen. Wolfgang ist für die europaweiten Aktivitäten rund um das Thema Software-Entwicklung bei Intel zuständig.
Und für alle, die weitere Infos zum Intel-Auftritt während der M-Days 2010 wünschen, gilt das Motto: Blog bookmarken und wieder kommen. Oder einfach den RSS-Feed abonnieren.
Ach ja: Natürlich werde ich vor Ort sein und über alles Wissenswerte ausführlich auf diesem Kanal berichten.
Reaktionen auf das Intel App Store Developer Kit
Kaum machte die Pressemeldung die Runde, dass das Intel App Store Software Developer Kit (SDK) ab sofort als Beta verfügbar ist, stürzten sich die großen Nachrichtenmagazine auf das Thema, um darüber zu berichten. Eine gute Gelegenheit für mich, ein paar Stimmen und Stimmungen einzufangen.
Richtig bemerkenswert fand ich den Beitrag auf cnet.com, in dem nicht nur das Entwicklerprogramm und SDK besprochen werden, sondern in dem auch Scott Apeland von Intel zitatweise zu Wort kommt. Scott ist federführend für das Intel Atom Developer Program zuständig und gewährte Cnet interessante Einblicke. So weist er beispielsweise darauf hin, das zwar die mobile Linux-Variante Moblin auf Netbooks mithilfe des zugehörigen SDK vermehrt Einzug halten soll, aber Intel natürlich nicht festgelegt ist bei der Frage des passenden Betriebssystems. So räumt er neben Windows auch Adobe Air und Microsoft Silverlight gute Chancen ein, sich auf Netbooks zu etablieren.
Hierzu sind wohl aber noch diverse Verhandlungen mit den jeweiligen Software-Partnern und Verbesserungen in Sachen Rechen- und Grafikleistung notwendig. Letzteres wird aber wohl noch diesen Monat passieren, sobald der Intel Atom-Prozessor der nächsten Generation mit Codenamen Pine Trail das Licht der Welt erblickt. Pine Trail-basierte Netbooks werden ein erster Schritt in hochintegrierte Prozessorlösungen von Intel sein, indem CPU, GPU und der Speichercontroller auf einem einzigen Chip sitzen. Das wird dem Netbookmarkt weitere Flügel verleihen, den Intel ohnehin schon auf rund 50 Millionen verkaufte Einheiten bis Ende 2009 beziffert.
Linux-Debugger für C++ und Fortran mit grafischer Oberfläche
Es soll ja Leute geben, die (a) nicht viel von grafisch basierten Oberflächen halten und (b) nicht wissen, dass die Intel-Linux-Compiler für C/C++ und Fortran einen solchen GUI-Debugger mitbringen. Dieselben konnte ich mir vorletzte Woche während meines Besuchs bei Intel in Ulm ansehen und mir ein Bild von ihren Fähigkeiten machen. Und das kam dabei heraus (mehr dazu folgt noch diese Woche mit weiteren Details und ein paar interessanten Bildern).
Das absolute Highlight des GUI-basierten Linux-Debuggers von Intel ist die Möglichkeit, einzelne Breakpoints zu setzen, zu speichern und bei Bedarf das so markierte Projekt wieder aufzurufen. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn sich die Umgebungsentwicklung mal verabschieden sollte oder man andere Dinge zwischendurch zu tun hat, bevor man sich wieder dem Debuggen zuwendet. Ein Breakpoint wird dank der grafischen Bedieneroberfläche per doppeltem Mausklick erzeugt – und genauso schnell wieder entfernt. Das macht das Testen von C/C++ und Fortran-Projekten wirklich sehr komfortabel.
Aber auch das Testen parallel programmierter Projekte unter Linux geschieht mit dem Debugger von Intel recht überzeugend. So kann man in Echtzeit eine komplette Anwendung (oder Teile davon) auf mögliche Data Races hin untersuchen. Genau genommen identifiziert der Debugger Szenarien, in denen es zu gemeinsamen Datenzugriffen kommen kann, was vor allem das konkurrierende Speichern zweier Threads betrifft. Der Programmierer oder Entwickler muss dann selbst entscheiden, ob dieser parallele Schreibzugriff gewollt ist oder im schlimmsten Fall einen Absturz der Anwendung zur Folge haben kann.
Intel Ulm und die Linux-Debugger-Tools
Vorige Woche war ich auf Reisen. Die Destination meiner Unternehmung: Die württembergische Außenstelle der Firma Intel, die sich in Ulm befindet. Um es kurz zu machen: Sehr beeindruckend, was ich dort alles gesehen und gelernt habe. Zunächst einmal muss ich aber ein paar Dinge klarstellen, über die ich im Vorfeld berichtet hatte:
1. Der Windows-C++-Compiler für Windows CE wird in Ulm nicht mehr entwickelt und spielt seit dem Erscheinen des Atom-Prozessors auch keine große Rolle mehr. Denn selbst Embedded-Systeme setzen immer öfter auf die Netbook-CPU und ermöglichen damit den Einsatz standardisierter Betriebssysteme wie Linux und Windows mit den zugehörigen Entwicklertools.
2. Die Software-Werkzeuge, um die es bei Intel in Ulm vor allem geht, helfen Programmierern und Entwicklern, ihre Anwendungen fehlerfrei unters Volk zu bringen. Hierfür konzentrieren sich die Ulmer Kollegen auf die Debugger-Tools, die sowohl unter Windows als auch unter Linux zum Einsatz kommen. Interessant an meinem Besuch war unter anderem die Erkenntnis, dass die Parallel Debugger Extension, die sowohl im Parallel Studio als auch in der aktuellen Version des Intel-C++-Compilers stecken, “made in Ulm” sind. Na ja, auf jeden Fall zu einem großen Teil.
3. Das Intel-Büro in Ulm ist entgegen meinen ersten Erwartungen alles andere als beschaulich. Es befindet sich in einem architektonisch höchst interessanten Gebäude, das sogar über einen eigenen Teich verfügt. Auf zwei Stockwerken arbeiten 30 bis 40 Leute vorwiegend an den neuesten Debugger-Tools – auf dass künftige Software möglichst fehlerfrei läuft. Aber auch diverse Entwicklertools für den Atom-Prozessor werden in Ulm konzipiert und entwickelt.
Webinare zum Thema MID (Mobile Internet Device)
Vorgestern habe ich hier eine ganze Reihe von geplanten Webinaren vorgestellt, die zum künftigen Multicore-Tool Parallel Studio informieren sollen. Tja, und heute sind drei ähnliche Online-Seminare an der Reihe, die sich allerdings an Software-Entwickler von mobilen Anwendungen für MIDs & Co. richten.
Zur Erinnerung: Die kleinen, tragbaren, internetfähigen Geräte (Mobile Internet Device) bewegen sich technologisch irgendwo zwischen Smartphone und Netbook und sollen bis spätestens 2012 den Massenmarkt erobert haben. Auf dem MWC in Barcelona werden wir davon nächste Woche einiges zu sehen bekommen.
Und, klingt gut?! Dann nix wie ran an die Maus, die Webinar-Webseite besucht und für eine (oder alle) der Trainingsessions angemeldet. Die Kurse finden übrigens jeweils um 9:00 Uhr unserer Zeit statt und dauern jeweils eine Stunde.
Tja, und da man sich als Entwickler nicht früh genug mit neuen Techniken und Technologien beschäftigen kann, will ich euch die drei geplanten Webinare ans Herz legen:
20. Februar 2009: The Moblin SDK
Mit Moblin soll das Linux der MIDs und Netbooks etabliert werden. Hierzu steht natürlich ein Software Developer Kit zur Verfügung, mit dessen Hilfe Entwickler eigene Anwendungen für die Kleinstcomputer bauen können. Das Webinar beschäftigt sich vor allem mit dem zugehörigen Compiler, mit den Intel IPP, dem JTAG Debugger und dem VTune Performance Analyzer.
27. Februar 2009: Build confidence using Intel Software Development Tool
Dieses Webinar zeigt im Detail, wie sich systemnahe Anwendungen und Treiber mithilfe des JTAG Debuggers effizient überprüfen lassen. Dazu gehört übrigens auch der Linux-Kernel.
6. März 2009: Increase power consumption, battery length and MID performance
Teil 3 der der geplanten MID-Webinare beschäftigt sich mit der Frage “Wie erziele ich in Verbindung mit einer akzeptablen Rechenleistung vernünftige Batterielaufzeiten?”. Dabei stehen erneut Tools wie die Intel IPP und der VTune Analyzer im Vordergrund. Die Compiler-Optimierung im Bezug auf den Atom-Prozessor wird ebenfalls näher beleuchtet.
