Internet Explorer 9 ist live
Microsoft hat den Internet Explorer 9 in seiner finalen Version veröffentlicht. Der neue Browser soll vor allem verlorenes Terrain von Firefox zurückgewinnen, aber auch die lang anhaltende Sicherheitsdebatte des Microsoft-Browser eindämmen.
Hintergrund: Der Vorgänger, Internet Explorer 8, hat nicht nur gegen Firefox Markteinteile eingebüßt, sondern konnte auch die alten IE-Browserversionen aus dem eigenen Haus nicht in erhofftem Maße ablösen. Su surfen noch immer zahllose Deutsche mit dem Internet Explorer 6 – trotz massiver Einbußen bei Sicherheit und Komfort.
Der IE9 bietet zahllose Vorteile gegenüber den Vorgängern und auch gegenüber der Konkurrenz von Mozilla und Google: Allen voran die native HTML5-Unterstützung und die Hardwarebeschleunigung. Dank verbessertem Zugriff auf CPU und Grafikkarte werden vor allem ressourcen-intensive Internetinhalte deutlich schneller aufgerufen. Für Entwickler gibt es aber weitere Vorteile: Die Unterstützung von inklusive HTML5, CSS3, SVG und DOM L2 und L3 sorgt dafür, dass Web-Programmierer den gleichen Code auch für andere Webbrowser einsetzen können. Über die Integration des Java Engine Chakra hatte ich ja bereits geschrieben.
Zudem wurden der Sicherheitsstandard mit der Tracking Protection und der ActiveX-Filterung verbessert. Der User kann damit alle Plug-Ins deaktivieren oder auch Webseitenabhängig ein- und ausschalten.
Allerdings ist der IE 9 nur für Windows 7, Vista und Windows Server 2008 ausgerichtet. XP-User müssen bei einer der Vorgängerversionen bleiben.
Im Zuge der IE9-Einfühhung hat Microsoft auch einen Entwicklerwettbewerb gestartet. Auf Basis von HTML5, CSS und JavaScript sollen Web-Developer in den Kategorien Spiele, Musik und Innovation neue Programme schreiben, die die Funktionalität des Browsers sinnvoll erweitern. Ausgeschrieben sind Preis im Gesamtwert von 40.000 US-Dollar.
Service Pack 1 für Visual Studio 2010: Testen unlimited
Gerade findet in Dubai die Middle-East-Ausgabe der großen Microsoft-Hausmesse TechEd statt. Dort geht es neben vielen interessanten Themen wie Cloud Computing und SQL-Datenbanken auch um das erste Service Pack, das Microsoft für Visual Studio 2010 zur Verfügung stellen wird. Neben ein paar Verbesserungen und neuen Features wie IntelliTrace im 64-Bit-Modus und einem Performance-Assistenten für Silverlight sind vor allem die angepassten Lizenzbestimmungen von Visual Studio 2010 sehr interessant.
So umfasste nämlich das Basispaket der Entwicklungssuite in der Ultimate-Version 250 virtuelle Anwender, die mithilfe von Visual Studio 2010 Lasttests durchführen durften. Diese eignen sich beispielsweise für das ausgiebige Testen von Cloud-Anwendungen auf Azure-Basis, aber auch SharePoint-Applikationen lassen sich damit gründlich untersuchen.
Allerdings kam Microsoft wohl zu dem Schluss, dass die Begrenzung auf 250 Anwender für viele Software-Häuser eine oft unüberwindbare Hürde darstellte, ihre Anwendungen von Anfang an vernünftig zu testen, was angesichts des Aufpreises von mindestens 4.800 US-Dollar für weitere User durchaus logisch erscheint. Dass aber gerade zu spät angewandte Tests bei großen Entwicklungsprojekten einen Rattenschwanz an Zusatzkosten nach sich ziehen kann, ist den Lizenzhütern aus Redmond aufgefallen und so kommt es zu einem ganz neuen Lizenzmodell, was das Visual Studio Load Test Feature Pack betrifft (so die offizielle Bezeichnung des Lasttest-Features in VS 2010).
Denn mit Erscheinen des SP1 hebt Microsoft die 250-User-Begrenzung auf und erweitert das Ganze auf “unbegrenzt”. Damit wollen sie nach eigener Aussage sicher stellen, dass Software-Häuser und Entwickler das Lasttest-Feature so früh wie möglich in den gesamten Produktionszyklus integrieren, da die Mehrkosten von zu spät erfolgten Tests enorm sein können. Und das will sich Microsoft weder selbst noch seinen Kunde antun. So gesehen ist Redmond sicherlich kein Heilsbringer für die Software-Szene, wird aber wohl dabei helfen, Testkosten zu reduzieren.
Ach ja: Wer sich mit dem Thema Parallelisierung von Software-Anwendungen eingehender beschäftigt, wird zwangsläufig auch mit dem Testen seiner Programme konfrontiert. Gerade bei konkurrierenden Threads, die Zugriffe auf ein- und denselben Datenstamm für sich beanspruchen, sind Fehler und Probleme nicht auszuschließen. Wer sich damit mal genauer auseinander setzen will, sollte diesen Beitrag genauer lesen.
Python angepasst für Multicore-Systeme & Windows Azure testweise einsetzen
Python hat die neue Version 3.2 seiner Skriptsprache freigegeben, bei der zwar keine Änderungen an der Sprache, wohl aber an den Datentypen vorgenommen wurden. Ziel war es, die viel kritisierten Probleme mit dem Global Interpreter Lock (GIL) zu beheben. Zum Verständnis:
Pythons GIL war für die Parallelisierung auf Multicore-Systemen zuständig. Das klappte aber nicht zuverlässig. So bemängelten viele Entwickler bei Python-Anwendungen Zugriffsprobleme der Threads bei Nutzung mehrere Kerne und eine Verlangsamung der Prozesse.
Das Problem war seit über einem Jahr ungelöst und hat zu heftiger Kritik an der Sprache CPython geführt. Programmierer behalfen sich damit, statt Threads mehrere, miteinander kommunizierende Prozesse zu verwenden. Das war natürlich nicht im Sinne des Erfinders.
Jython (Java) und IronPython (.NET) sind übrigens nicht betroffen, da dort kein GIL implementiert ist. Das Problem tritt also ausnahmslos bei Programmen im Python C-Code auf.
Gelöst wird der Konflikt nun durch ein neues, so genanntes „concurrent.futures“-Modul, das eine einheitliche Schnittstelle zur Verwaltung paralleler Threads bietet. Details und technische Spezifikationen zu dem PEP 3148 können Sie hier abrufen. Den kostenlosen Download erhalten Sie auf der Python-Seite.
Für C++-Programmierer ist Python vor allem als Skriptsprache interessant. Hierbei spielt die Boost.Python-Bibliothek eine wichtige Rolle. Dahinter verbirgt sich eine kostenlose C++-Bibliothek inklusive zahlreicher Unterbibliotheken. Boost-Bibliotheken werden von boost.org laufend erweitert.
Und noch ein Software-Geschenk an Entwickler:
Windows Azure kostenlos nutzen
Microsoft bietet Entwicklern seine Cloud-Plattform Windows Azure für 750 Stunden zur kostenlosen Nutzung an. Wer es nicht so mit dem Kopfrechnen hat: das entspricht gut 31 Tagen.
Im Zuge des Angebots stehen 500 MByte Online-Speicherplatz und 500 MByte für Datentransfers zur Verfügung sowie die Nutzung einer SQL-Azure-Datenbank mit bis zu 1 GByte (auf 90 Tage begrenzt). Wenn Sie das Testangebot nutzen wollen und sich anmelden, lesen Sie bitte auch das Kleingedruckte: Wer das Angebot über den kostenlosen Testzeitraum hinaus nutzt, muss automatisch für die Nutzung der Vollversion zahlen.
Tech-Ed 2010: Jetzt anmelden und 500 Euro sparen
Anfang Mai habe ich schon darüber gebloggt: die Microsoft Tech-Ed Europe findet auch in diesem Jahr wieder in Berlin statt, und zwar vom 8. bis 12. November. Ich hoffe ja, dass ihr alle den Termin schon mal im Kalender vorgemerkt habt. Und ab sofort solltet ihr euch nicht nur darauf freuen, sondern euch auch für die Microsoft-Konferenz anmelden. Und wenn ihr ganz besonders schnell seid, könnt ihr satte 500 Euro sparen. Dieses “Early-Bird”-Angebot gilt genau bis zum 5. Juli und reduziert den All-Inclusive-Pass von 1.895 Euro auf 1.395 Euro.
Das Geld scheint wohl ziemlich gut angelegt zu sein, denn es werden wieder rund 370 Techsessions und mehr als 150 so genannte Hand-on-Workshops angeboten, also mehr als 100 Sessions pro Tag. Da sollte schon das eine oder andere dabei sein, was für euch relevant und interessant ist. Aber natürlich ist solch eine Konferenz auch zum Netzwerken gut und zum Kennenlernen und zum Feiern am Abend.
Und falls ihr wissen wollt, mit welchen Themen wir uns hier auf dem Software Dev Blog während der letztjährigen Tech-Ed Europe beschäftigt haben: ein Mausklick genügt.
Wie multicore-optimiert ist Office 2010?
Wer immer noch glaubt, dass Multicore-Optimierungen, Multithreading und Co. nur etwas für Highend-Software-Lösungen sind, sollte sich mal etwas näher mit Office 2010 beschäftigen. Denn was Microsoft hier an Mühen insvestiert hat, um die aktuelle All-in-One-Lösung für den modernen PC-Arbeiter für vier, sechs und mehr Kerne zu optimieren, ist aller Ehren wert – und diesen Blogbeitrag.
Die einzelnen Bereiche und Tools wurden wie folgt an die moderne CPU-Architektur angepasst:
- Sämtliche Anwendungen wurden einem Multithreading unterzogen, was unter anderem schnelleres Öffnen und Speichern von Dokumenten ermöglicht.
- Beim Starten von Outlook werden mehrere Threads gleichzeitig gestartet, was dazu führt, dass parallel die Bedieneroberfläche aufgebaut, die Kalendereinträge geladen und die Voransicht der erhaltenen E-Mails angezeigt werden. Jeder Task bekommt also seinen eigenen Thread zugewiesen.
- Word erledigt dank Multithreading die Paginierung im Hintergrund, was Raum für andere Aufgaben zur selben Zeit lässt.
- In Excel werden Pivot-Tabellen parallel und damit deutlich schneller sortiert.
- Multithreading wird in Excel aber auch dazu eingesetzt, Berechnungen in den Hintergrund zu schieben, während gleichzeitig grafisch orientierte Arbeiten wie das Ändern der Zeilenhöhe oder das automatische Anpassen der Zellenbreite an die Inhalte vorgenommen werden.
Allerdings stand Microsoft beim Optimieren von Office 2010 an Multicore-Rechner vor einem erheblichen Problem: Wie können Tools wie Word oder Excel so verbessert werden, dass sie die häufigen Wartezeiten, die sich bei der Mensch-Maschine-Interaktion ergeben, möglichst minimieren? Daher wurden diejenigen Flaschenhälse identifiziert, die sich beispielsweise beim Start der Anwendung oder beim Öffnen oder Speichern einer Datei ergeben und Wartezeiten verursachen. Daran wurde dann verstärkt gearbeitet.
Nur setzt Microsoft immer noch sehr auf das funktionale Multithreading, bei dem die unterschiedlichen Aufgaben der Software eigenen Threads zugewiesen werden. Das ist zwar nicht sehr effizient (da diese Methode nicht optimal skaliert), aber wohl angesichts der hohen I/O-Aktivitäten zu vernachlässigen.
Termin für Microsoft Tech-Ed Europe 2010 steht
Stimmt, der Termin ist noch weit weg, aber man kann ja nie früh genug über wichtige Events berichten. Und dazu gehört die Microsoft Tech-Ed Europe 2010 auf jeden Fall, zumindest wenn man Software-Entwickler ist und die Windows-Plattform als seine bevorzugte betrachtet.
Wie ich überhaupt darauf komme? Nun, ein Microsoft-Mann hat mich in die Tech-Ed-Facebook-Gruppe eingeladen, und da konnte ich natürlich nicht widerstehen, mich derselben anzuschließen. Man erfährt noch nicht wirklich viel, aber zumindest ist dort nachzulesen, dass alle Frühanmelder stolze 500 Euro sparen können, wenn sie sich bis zum 5. Juli anmelden (dann kostet das Ticket 1.395 Euro).
Zwar ist die Tech-Ed-Seite noch nicht umgestellt (es geht noch um 2009!), und damit auch die Anmeldung noch nicht möglich, aber beide Missstände sollen wohl demnächst behoben sein.
Falls ihr den Termin im Kalender schon mal eintragen wollt: die Tech-Ed Europe 2010 findet vom 8. bis 12. November statt, und zwar wieder in Berlin auf dem altehrwürdigen IFA-Messegelände, was letztes Jahr ganz gut geklappt hat. So, und der Vollständigkeit halber will ich den Twitter-Alias nicht verschweigen, mit dem ihr der Tech-Ed Europe 2010 folgen könnt: teched_europe. Und falls ihr euch das bis November merken könnt: Der Hashtag steht auch schon fest und lautet #tee10.
Ach ja: Ich war letztes Jahr live in Berlin dabei und habe mit Tom zusammen ein paar schöne Blogbeiträge samt Videos erstellt und veröffentlicht. Dabei haben wir unter anderem darüber berichtet, wie…
… .NET-Entwickler mithilfe von VTune Performance Analyzer Bottlenecks aufspüren können
… die CCR .NET-Entwicklern bei der Parallelprogrammierung hilft
… .NET-Entwickler vom Multithreading profitieren
… Visual Studio und .NET 4 Parallelprogrammierer unterstützen
Visual Studio 2010 jetzt auf Deutsch verfügbar
Vor gut zwei Wochen hat Microsoft Visual Studio 2010 vorgestellt, und heute schon hat Kay Giza auf seinem Blog gemeldet, dass die deutschsprachigen Varianten des Entwickler-Tools samt dem neuen Framework .NET 4 zum Download bereit stehen. Da es sich allerdings um diverse Pakete handelt, habe ich mir die wichtigsten Infos mal genauer angesehen und fasse sie für euch übersichtlich zusammen.
- Zunächst einmal unterscheidet Microsoft in Sachen VS-2010-Download zwischen registrierten und nicht-registrierten Entwicklern. Alle, die also ein MSDN-Abo ihr eigen nennen, können sich Visual Studio 2010 und .NET 4 downloaden.
- Auch nicht-registrierte Anwender kommen in den Genuss von VS 2010, allerdings nur in der Testversion, die sich für 90 Tage auf dem Rechner installieren lässt. Dafür kostet die Trial-Variante natürlich nix. Test-Willige können dabei zwischen diversen Varianten wählen: Ultimate, Professional und Test Professional, und das entweder als ISO-Datei oder per Webinstaller. Außerdem braucht ihr noch die .NET-4-Laufzeitumgebung sowie diverse Tools, mit denen ihr eure Applikationen testen könnt. Dazu gehören die F#-Runtime, die Office-Runtime, der Team Foundation Server 2010 und der Team Explorer.
Ach ja, Kays Blogbeitrag hält noch weitere nützliche Infos bzw. Links zu Visual Studio 2010 parat: den Hinweis auf ein Einführungsvideo, die Empfehlung eines E-Books zum Thema VS-Migrierung, einen Workshop zum Erstellen von Cloud-Anwendungen mit VS 2010 und viele andere gute Tipps und Internet-Links. Also, ein Besuch des Giza-Blogs lohnt sich.
Ach ja: Für Visual Studio 2010 wird gerade die nächste Version der Multicore-Suite Parallel Studio entwickelt. Wer dabei als Betatester fungieren möchte, sollte mal hier vorbeischauen.
