Also doch: Microsoft zeigt Windows 8 Consumer Preview auf dem MWC 2012

Am 29. Februar ist es also soweit: Microsoft lädt während des MWC 2012 zum Windows-8-Consumer-Preview-Launch ein
Neben den zehn Ultrabooks, die man auf einem Intel-Developer-Event gewinnen kann, gibt es einen weiteren guten Grund, nach Barcelona auf den Mobile World Congress zu fahren, und den liefert Microsoft.
Der Software-Gigant aus Redmond stellt laut Einladung sein nächstes Betriebssystem auf der Mobile-Veranstaltung in der katalanischen Hauptstadt vor. Dass dies ausgerechnet auf der weltgrößten Messe für Smartphone- und Tablet-Lösungen geschieht, ist kein Zufall, schließlich soll Windows 8 (so der Codename des Windows-7-Nachfolgers) nicht nur auf Desktop-PCs, Notebooks und Ultrabooks laufen, sondern auch auf Tablet-PCs, die in diesem Jahr weiter den Markt erobern wollen.
Dabei setzt Microsoft allerdings nicht auf die Kraft der x86-Herzen allein, sondern wird auch die Konkurrenz aus der ARM-Ecke mit an Bord holen. Ob es also angepasste Windows-8-Editionen geben wird (wie dies ja traditionell bei Windows der Fall ist), darf abgewartet werden.
Fakt ist aber wohl, dass Microsoft ab Ende Februar eine lauffähige und installierbare “Consumer Preview” zum Download anbieten wird. Ob es sich dabei um eine öffentliche Beta handelt, die sich “Hans” und “Franz” auf ihren Rechner oder Tablet laden dürfen, ist eine der spannenden Fragen, die sich bis dahin noch auftun werden.
Ist doch klar, dass wir uns schnellstmöglich auch eine “Consumer Preview” besorgen werden, das passende Tablet dazu und darüber berichten, was das Zeug hält. Schließlich wollen Software-Entwickler vor allem eins wissen: Was taugt Windows 8 und lohnt es sich schon, bereits heute angepasste Apps und Anwendungen dafür zu programmieren.
Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Windows 8: Von Sensoren, mehr Mobility und Hardware-Voraussetzungen
Vielleicht haben Sie es schon gemerkt: das Software Dev Blog wendet sich neuen Themen zu, ohne allerdings die alten loszulassen. Soll heißen: künftig werden wir neben all den Multicore- und Visual-Computing-Beiträgen immer wieder Artikel zu Ultrabooks, Windows 8 und Android für x86 einfließen lassen. Weil wir wissen, dass das ganz viele Entwickler interessiert – mindestens genauso sehr wie uns! Dann kann ja mit der angepassten Neuausrichtung des Blogs nichts mehr schief gehen. Und um das Ganze auch optisch zu untermauern, werden wir das Blog einer Generalüberholung unterziehen. Wird aber auch wirklich höchste Zeit, schließlich sind wir dem Layout des Software Dev Blog ziemlich genau zweieinhalb Jahr treu geblieben. Das schreit doch geradezu nach einem Facelift, oder?!
Neues aus dem Hause Microsoft zu Windows 8
Zum Wochenausklang gibt es ein paar Neuigkeiten zu Windows 8. Dabei stehen vor allem die geplanten Sensoren im Vordergrund, aber auch von schnellen und unkomplizierten Drahtlos-Netzwerkverbindungen soll hier die Rede sein. Und auf die geplanten Hardware-Voraussetzungen will ich auch ein wenig näher eingehen.
Ausgefeilte Sensorik für mehr Bedienerspaß
Auf der CES hat es Mooly Eden von Intel bereits demonstriert: mithilfe von Beschleunigungssensoren, die beispielsweise in ein Ultrabook eingebaut sind, lassen sich in Zukunft 3D-Spiele steuern oder andere Ding tun, wie man es bereits von iPad und Konsorten kennt. Das wird Windows 8 sicherlich einen wichtigen Schub geben. Und damit Entwickler die komplette Sensorik in ihre Apps einbauen können, stellt Microsoft zahlreiche APIs zur Verfügung, die auf dem Windows-8-Entwicklerblog allesamt erläutert werden. Die Spannweite reicht von trivialen Dingen wie dem Helligkeitssensor für die stets beste Ausleuchtung des Displays über die automatische Orientierung des Bildschirms bis hin zu komplexen 3D-Beschleunigungs- und 3D-Magnet-Sensoren. Allerdings zeigt Microsoft anhand diverser Tests, dass nur der Sensorverbund zufriedenstellende Ergebnisse liefert, weshalb Redmond das Ganze 9-Achsen-Sensor-Fusion nennt.
Für eine möglichst einfache und kompatible Implementierung der Sensoren hat Microsoft gemeinsam mit diversen Hardwarepartnern genaue Richtlinien entwickelt, wie sich die Sensoren in Windows-8-Geräten einsetzen und per Treiber ansprechen lassen. Herausgekommen ist eine HID-Spezifikation, die im Juli 2011 vom USB Implementors Forum abgesegnet wurde.
Mobile Drahtlosverbindungen
Unter Windows 7 wurde die Verbindung zu WLAN- und 3G-Netzen schon erheblich vereinfacht, allerdings müssen noch allzu oft Gerätetreiber und spezielle Anwendungen installiert werden, die den Zugang ins Web via UMTS ermöglichen. Unter Windows 8 soll das deutlich einfacher werden, auch hierfür hat sich Microsoft mit zahlreichen Hardwarepartner zusammengetan und einen Klassentreiber für Mobilfunkhardware entwickelt, der nahezu alle bekannten Mobilfunkmodems unterstützen soll. Damit soll das Verbinden eines UMTS-Stick in Zukunft genauso einfach werden wie das eines USB-Sticks. Dabei orientierte sich Microsoft an dem Mobile Broadband Interface Model (MBIM), einem Standard für Mobilfunkmodems, den heute schon diverse Hersteller unterstützen. MBIM 1.0 wurde Ende November 2011 veröffentlicht.
Schick ist auch die Möglichkeit, ohne dedizierten Mobilfunkvertrag mit einem Windows-8-Gerät ins Internet zu gehen. Hierfür bietet Microsoft eine Liste bekannter Anbieter an, mit dessen Webseite man direkt verbunden wird. Von dort aus kann der Mobilfunkbetreiber die notwendigen Daten auf dem Windows-8-Gerät eintragen. Dazu gehören unter anderem die Tarifdetails und die verfügbaren Hotspots. Wie das in der Praxis aussehen soll, wird die Zukunft zeigen.
Klare Hardware-Voraussetzungen
Hardware-Hersteller von Windows-Phone-Geräten könen ein Lied davon singen: Microsoft erteilt genaue Vorgaben, wenn es um die Implementierung ihrer Software auf den passenden Gadgets geht. Sind es bei Windows Phone beispielsweise die CPU, die Auflösung des Displays und ein dedizierter Kameraknopf am Smartphone-Gehäuse, müssen Tablet-PCs, auf denen Windows 8 laufen soll, mindestens folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Display-Auflösung: 1.366*768 Bildpunkte (16:9) oder besser
- eingebaute Webcam muss 720p beherrschen
- mindestens 10 GB Speicher
- Lage-, Beschleunigungs- und Lichtsensoren
- Bluetooth der 4. Generation
- 5-Finger-Multitouch-Screen
Der Hype geht um: Windows Phone, Windows 8 und Windows Store im Fokus
Eigentlich ist ja das Verbreiten von Hype-Themen der Apple-Jüngerschar vorbehalten. Aber was sich gerade im digitalen Universum in Sachen Microsoft abspielt, dürfte selbst jahrelange Windows-Anwendern ein wenig in Erstaunen und Euphorie versetzen. Denn betrachtet man die globale Berichterstattung zu Windows Phone, Nokia Lumia 800 und ganz aktuell die Ankündigung des Windows Store für künftige Windows-8-Metro-Apps, muss man sich schon ein wenig verwundert die Augen reiben. Denn dass Microsoft in Sachen Mobile wohl doch noch mal die Kurve kriegt (auch in Kooperation mit Nokia), ist schon sehr bemerkenswert und wird die Branche erleichtert aufseufzen lassen. Denn eine Allmacht Apple/Google will doch keiner hier.
Und so wie es aussieht, scheint Microsoft mit dem Windows-8-konformen Appstore Großes zu planen. Anders ist zum einen der frühe Öffnungstermin nicht zu erklären (zeitgleich mit einer ersten öffentlichen Beta von Windows 8, die für das Frühjahr 2012 anberaumt ist), und zum anderen die zugehörigen Regeln und Regularien, die man so von anderen Appstores nicht kennt. Dazu gehört beispielsweise eine Gewinnverteilung im Verhältnis 80 (Entwickler) zu 20 (Microsoft). Okay, diese Regelung tritt erst in Kraft, wenn eine App mehr als 25.000 Dollar umgesetzt hat. Das ist aber ein echter Anreiz, erfolgreiche, umsatzstarke Anwendungen für Windows 8 zu entwickeln.
Zum anderen verfolgt Microsoft mit dem Windows Store einen ähnlichen Ansatz wie mit dem Windows Phone Marketplace: mobile Bezahlapps können zunächst als Testversion auf den mobilen Rechner geladen werden, bevor man zur Kasse gebeten wird. “Try before buy” nennt sich das und gibt beiden Seiten ein gutes Gefühl: der zahlende Kunde weiß, was er bekommt, und der Entwickler kann sich sicher sein, dass es weniger Enttäuschungen gibt und er damit möglichst keine schlechten Bewertungen für seine App bekommt. Aber auch mit In-App-Verkäufen, Abonnements und kostenlosen Apps will sich Microsoft kooperativer zeigen als andere App-Betreiber. Und der Einsatz eigener Verkaufsplattformen ist ebenfalls im Gespräch. Wer es genauer wissen will, dem sei dieser MSDN-Link empfohlen.
Aber auch mit den Mitgliederbeiträgen verhält es sich etwas anders beim Windows Store: So sollen für kleinere Entwicklerbuden und Einzelentwickler lediglich 49 Dollar im Jahr fällig werden, größere Unternehmen zahlen 99 Dollar. Und um das ganze Thema rechtzeitig anzuschieben, veranstaltet Microsoft bereits einen ersten Entwicklerwettbewerb, der mit diversen Anreizen wie einer Topplatzierung im Windows Store, diversen Windows-8-Tablets und zwei Jahre kostenfreiem Windows-Store-Zugang zum Mitmachen animieren will. So kann das mit Windows 8 auf jeden Fall etwas werden.
Und wer lieber guckt als liest, der sollte sich dieses Video zu Gemüte führen…

Via Windows Store gelangen ab 2012 Metro-Apps auf Tablet & Co.
Neuigkeiten aus Kalifornien: Intel IDF und Microsoft BUILD
Manchmal ist es wie im richtigen Leben: Wochenlang rührt sich nichts Weltbewegendes, und dann kommt alles auf einmal in einer einzigen Woche zusammen. Dies geschieht gerade aus Entwicklersicht an zwei verschiedenen Orten dieses Planeten: zum einen findet noch bis heute das Intel Developer Forum in San Francisco, Kalifornien statt. Dort zeigt Intel den anwesenden Entwicklern und anderen Technikinteressierten ihre Visionen von der Zukunft. Dazu gehören zahlreiche Keynote-Präsentationen, aber auch viele, viele Techsessions zu sehr interessanten Themen.
Rund 650 Kilometer weiter südlich zeigt Microsoft auf seiner Entwicklerkonferenz BUILD, wohin die Reise in Sachen Windows & Co. geht. Im Anaheim Convention Center geht es vor allem um Windows 8, aber auch eine Preview der nächsten Version von Visual Studio kann dort begutachtet werden. Aus diesem Anlass folgen vier Highlights beider Konferenzen, was natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Intel Developer Forum 2011
Einen großen Hype scheinen diese kleinen Dinger schon jetzt ausgelöst zu haben: Ultrabooks sollen die ultraflachen Notebooks ablösen, die es bereist seit ein paar Jahren gibt, die richtig teuer waren und letztlich kaum Leistung zeigten (vor allem im Hinblick auf die recht hohen Preise). Doch mit den Ultrabooks soll das laut Intels Vice President Mooly Eden alles anders und besser werden: die superschlanken Laptops weisen die aktuelle Prozessorgeneration Sandy Bridge in der Doppelkern-Variante auf. Zudem sollen möglichst genau eingegrenzte Spezifikationen dafür sorgen, dass Endanwender, also die Käufer dieser Ultrabooks, in Zukunft wissen, was sie da kaufen. Die ersten Flachmänner sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und unter 1000 Dollar kosten.
Die Spatzen pfiffen es ja schon seit längerem vom Dach, doch jetzt ist es offiziell: Google und Intel entwickeln gemeinsam eine x86-Android-Version, die möglichst unfallfrei auf Intel-basierten CPUs laufen soll. Dies ist ein logischer Schritt – und zwar für beide. Denn spätestens ab nächstem Jahr, wenn der Atom-Prozessor für Smartphones und Tablets mit dem Codenamen “Medfield” auf den Markt und erste Geräte in die Läden kommen, will sich Intel ein großes Stück vom mobilen Kuchen abschneiden, den sie derzeit nur ungern ARM überlassen müssen. Und Google wird dank dieses Deals seine installierte Basis an Android-fähigen Endgeräten schlagartig vervielfachen.
Microsoft BUILD 2011
Was die Nachrichtenlage angeht, muss sich Microsoft derzeit nicht hinter Intel verstecken. So zeigen die Redmonder im kalifornischen Anaheim den kommenden Star ihrer Betriebssystemriege: Windows 8 (was nach wie vor als Codename verkauft wird). Diese Nachfolgeversion von Windows 7 wird mit der aktuellen Desktop-Variante nicht mehr allzu viel gemein haben, außer, dass es noch auf PCs und Notebooks laufen wird. Denn Windows 8 geht viel weiter: so soll es das künftige Tablet-Betriebssystem aus dem Hause Microsoft werden, und hierfür orientiert sich Windows 8 sehr stark am Smartphone-OS Windows Phone, das sich vor allem durch das UI-Konzept “Metro” auszeichnet. Zudem wird Windows 8 wohl nicht nur x86-basierte Prozessoren unterstützen, sondern auch ARM-CPUs, die speziell für Tablet-PCs und Smartphones entwickelt wurden.
Auf der BUILD 2011 können anwesende Entwickler auch eine Developer-Preview-Version des Nachfolgers von Microsofts Entwicklerumgebung Visual Studio begutachten. Zu den offensichtlichen Neuerungen der IDE gehören diverse Tools und Vorlagen, mit denen sich Apps für Windows 8 programmieren lassen, die auf Tablet-PCs zum Einsatz kommen sollen. Dabei können sich Software-Entwickler entscheiden, ob sie mithilfe einer Kombination aus XAML (eine UI-Beschreibungssprache) und C++, C# und Visual Basic ihre Apps programmieren, oder ob sie vollständig auf HTML5, CSS und Javascript setzen, um auf diesem Weg schicke Tablet-Apps zu bauen.
Windows 8 – HTML5 statt Silverlight?
Microsoft hat jüngst in den USA erste Details zum Windows 7-Nachfolger -Codename „Windows 8“ – bekannt gegeben. Überraschenderweise hat der Konzern dazu auch eine deutschsprachige Presseerklärung abgegeben und ein offizielles Video ins Netz gestellt.
Mit dieser offenen Informationspolitik verfolgt Microsoft drei Ziele:
- Eindämmen der ansonsten wilden Spekulationen und der Verbreitung gefakter Alpha-Versionen, die gewöhnlich rund 12 Monate vor der Beta-Phase durchs Web geistern.
- Vorschub für Windows Phone 7: Mit der Angleichung der Oberflächen für Tablets und PCs macht Microsoft klar, dass es künftig nur noch ein Windows-Design für alle Devices geben wird. Damit könnte Windows Phone 7 seine Nischenposition schneller verlassen als erwartet und Apple Marktanteile streitig machen. Das beurteilt übrigens IDC genau so, das Windows Phone erhebliche Wachstumsraten prognostiziert und das Smartphone-OS schon im Jahr 2015 vor der iPhone-Konkurrenz (und hinter Android) sieht.
- Vor allem aber gibt Microsoft mit der Veröffentlichung wesentlicher Details Windows-Entwicklern einen klaren Hinweis darauf, wohin die Reise geht und welche technologischen Plattformen aus Redmond weiterhin unterstützt und gefördert werden.
Windows 8 aus Entwicklersicht
Und hier kam es zu einigen Überraschungen. Microsoft will nach eigenem Bekunden die Einbindung von Apps optimieren. Diese sollen sich einfacher auf dem Desktop integrieren und verwalten lassen und dank der nativen Unterstützung von HTML5 und JavaScript auch deutlich schneller laufen. Das sind gleich drei Überraschungen auf einmal.
Zunächst verwundert der Begriff „Apps“ im Zusammenhang mit einem Desktop-Betriebssystem. Die Anlehnung an die Terminologie aus dem Smartphone-Bereich ist sicherlich kein Zufall. Microsoft wird auch Entwicklern aus dem Mobile-Bereich die Möglichkeit geben, Windows 8 um wichtige Desktop-Funktionen zu erweitern – obwohl Redmond an keiner Stelle explizit bestätigt, dass es sich bei Windows 8 um das System handelt, das künftig auch die Windows Phones antreiben wird. Was jedoch dafür spricht: Windows 8 wird auch für SoC-Prozessoren optimiert, die typischerweise in handlichen Mobile-Devices zum Einsatz kommen.
Für mehr Irritationen sorgt allerdings, dass das hauseigene Silverlight anscheinend nicht die erste Geige bei der Multimedia-Unterstützung spielen wird, sondern Microsoft hier auf HTML5 vertraut. Auch .NET findet keinerlei Erwähnung. Eine mögliche Erklärung: Der Browser (vermutlich der IE 10 oder dessen Nachfolger) könnte zum digitalen Drehkreuz aller Anwendungen und zum Herzstück des Systems wachsen. Gegenargument: Eine weitere Verschmelzung der Systemarchitektur mit dem hauseigenen Browser könnte im Rahmen des Wettbewerbs zu rechtlichen Problemen führen.
Das aber sind nur Spekulationen. Mehr Klarheit wird es im Herbst geben, wenn Microsoft auf der Entwicklerkonferenz „BUILD” (13. -16. September in Anaheim, Kalifornien) Stellung bezieht. Wir bleiben dran.


