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Trend Report 2011: Gregor Biswanger gibt Antworten zu Tools, Programmiersprachen und mehr
Endlich wieder eine neue Ausgabe des Trend Report 2011. Dieses Mal kommen die Antworten von Gregor Biswanger (26), Microsoft MVP für Client App Dev. Zudem arbeitet Gregor als Solution Architect und Silverlight Experte bei der Firma impuls Informationsmanagement GmbH in Nürnberg und betreibt den Blog www.dotnet-blog.net. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen .NET-Architektur, Silverlight und agile Prozesse. Er veröffentlichte vor kurzem seine DVD mit Video-Trainings zum Thema „WPF 4 und Silverlight 4“ bei Addison-Wesley von video2brain.
Software Dev Blog: Wie reagieren Sie auf folgendes Vorurteil: „Programmieren ist der langweilige Zeitvertreib von Nerds, die keine Freunde haben“?
Gregor Biswanger: Das stimmt gar nicht. Denn Programmierer haben immerhin auch andere Programmierer als Freunde. Spaß bei Seite. Gerade in der Microsoft .NET Community wird man sehr familiär aufgenommen. Man gehört einfach zusammen. Aber abgesehen vom typischen Klischee, kenne ich keinen anderen Beruf, der sich täglich so rasant verändert.
Softwareentwicklung ist wie digitales Lego-Spielen. Man ist stundenlang vertieft mit seinen Steinen. Man baut und baut, aber nicht jeder Stein passt perfekt auf den nächsten. Jetzt kommt der kreative Part zum Vorschein. Man hat digital alle Freiheiten seine nächsten Schritte zu meistern. Es wird also viel kreative Logik und Verständnis gefordert. Somit ist jeder Entwickler ein Künstler! Die schönste Belohnung erhält man gegen Ende, wenn das künstlerische Meisterwerk vollendet ist. Denn es ist ein tolles Gefühl, wenn man täglich andere Menschen beim Arbeiten mit der eigenen Software beobachten kann. Es ist so, als würde jeder mit dem eigens gebauten Lego-Haus spielen wollen.
SDB: Von welchem Programmier-Tipp oder welchem Leitsatz haben Sie persönlich am meisten profitiert?
Biswanger: Gerade die Softwarebranche wächst und verändert sich mit einer enormen Geschwindigkeit. Das Lesen und Lernen von Entwicklungsgrundlagen reicht schon lange nicht mehr aus. Wir dürfen uns nicht mit den ersten Erfolgen zufrieden geben und müssen immer an den nächst größerem Schritt arbeiten. Eines der wichtigsten Bestandteile davon ist dann das Reflektieren. Macht mir meine Technologie Spaß? Macht mir die Pflege meiner bisher entwickelten Software Spaß? Was könnte man daran verändern? Welche neuen Technologien gibt es? Wie arbeiten diese mit anderen zusammen? Welche OOP-Prinzipien beherrsche ich? Was sind meine weiteren Ziele bei der Planung der nächsten Anwendungsarchitektur? Aus diesem Grund lautet mein Lebensmotto: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“
Denn der Beruf der Softwareentwicklung ist ein Job, bei dem man nie ausgelernt hat. Oft beschweren sich Entwickler, dass sie die neuen Technologien nicht kennen, weil in ihrer Firma nicht damit gearbeitet wird. Die Freizeit opfern, um sich weiterzuentwickeln, möchte aber auch keiner. Genau dann sollte man sich überlegen, ob die Softwareentwicklung auch wirklich der richtige Job ist. Nur weil man fertige Produkte entwickelt hat, ist man noch lange kein guter Entwickler.
SDB: Mit welchen aktuellen Programmiersprachen und/oder Tools sollten sich Developer in diesem Jahr unbedingt beschäftigen, um „up to date“ zu bleiben?
Biswanger: Die Gegenwart hat ganz klar das Web erreicht, und in der Zukunft wird das Zusammenspiel und die Pflege von verteilten Anwendungen eine immer wichtigere Rolle spielen. Somit sollte auf jeden Fall HTML & JavaScript zu den gelernten Grundlagen dazugehören. Auch gerade im Enterprise-Umfeld, sollte grundlegend noch XAML beherrscht werden können. Mit XAML (Aus Microsoft .NET) kann man anschließend für WPF (Windows), Silverlight (Windows, Web & Windows Phone), Workflow Foundation und bei Windows 8 MetroUI entwickeln. Aus Architektursicht ist SOA (Serviceorientierte Architektur) ein absolutes Muss.
SDB: Für das Betriebssystem der Zukunft haben Sie drei Wünsche frei! Welche sind das?
Biswanger: Auf jeden Fall natürlich die Klassiker: Geschwindigkeit, Sicherheit und Intelligenz.
SDB: Welchen Tipp haben Sie für Programmierer, die möglichst schnell ihre Apps erfolgreich im Markt platzieren möchten?
Biswanger: Es muss die Zeit gefunden werden für alle gängigen Online-Marketingkanäle:
- Es sollte zumindest ein Video auf YouTube vorhanden sein.
- Ein Twitter-Kanal für die neusten Nachrichten.
- Eine Facebook-Gruppe für die schärfsten Insider Tipps.
- Ein Blog als Produktseite.
Doch egal wie viel Zeit man in Marketing steckt, wenn die App von der Usability und dem Schönheitsgrad versagt, möchte niemand diese App kaufen. Überdenkt jeden Use-Case. Hinterfragt stetig, wie diese noch einfacher und schneller bewerkstelligt werden können. Die App darf nicht vom Anwender benutzt werden müssen, sondern die App muss den Anwender mit seinen Anforderungen führen. Schließlich ist Software da, um effektiver seine Arbeit erfüllen zu können.
SDB: Hier können Sie eine Webseite oder ein Online-Magazin empfehlen, die oder das jeder Entwickler kennen sollte:
Biswanger: Zu jedem Guten Morgen-Kaffee gehören die DotNet German Bloggers und www.dotnet-kicks.de zu meinen Top-Favoriten. Also für alle .NET-Entwickler ein absoluter Muss. Dann natürlich auch mein eigener Blog: DotNet-Blog.NET.
SDB: Was gefällt Ihnen am Software Dev Blog? Was könnten wir besser machen?
Biswanger: Ich finde den Software Dev Blog klasse. Doch für meinen Geschmack, fehlen mir noch mehr .NET-Themen.
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