Weitere Details zu Intels Cloud-Service “Parallel Universe”

veröffentlicht von Michael Hülskötter am 18. November 2009

Erst gestern habe ich darüber berichtet, dass Intel einen ganz neuen cloud-basierten Service vorgestellt hat, der sich Parallel Universe nennt. Dahinter verbirgt sich das kostenlose Angebot an Software-Entwickler, in häufiger Ermangelung eines Opto-Core-Rechners ihre parallelisierten Anwendungen auf deren Skalierbarkeit zu überprüfen. Das ist wirklich eine pfiffige Idee und könnte so manch einem Anwendungsentwickler (a) die Augen öffnen und (b) beim korrekten Multithreaden helfen.

Für ein paar weitere detaillierte Informationen rund um diesen Service hatte ich gestern Abend die Gelegenheit, an einer Telefonkonferenz mit James Reinders teilzunehmen. James ist Director Intel Software Development Products und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Parallelprogrammierung. So springt er beispielsweise gerade auf der Supercomputing Conference 2009 herum, um dort vermutlich unter anderem sein paralleles Universum vorstellen. Von ihm erfuhren wir ein paar sehr interessante Details zum neuen Cloud-Service:

  • Technisch gesehen ist es nicht nur ein Cloud-Rechner, sondern es sind bis zu drei Nehalem-basierte Server, die mit jeweils zwei Quadcore-CPUs bestückt sind. Das ermöglicht inklusive Hyperthreading 16 echte und parallele Hardware-Threads. Sollte ein Parallelrechner nicht ausreichen, werden ein oder zwei weitere automatisch dazugeschaltet. Dies bleibt dem Anwender natürlich vollständig verborgen. In Zukunft werden je nach Erfolgt von Intel Parallel Universe leistungsfähigere Maschinen eingesetzt, mit denen sich auch mehr parallele Threads simulieren lassen. Aber für die aktuellen Anwendungen ist eine Skalierung von maximal 16 Threads völlig ausreichend.
  • Sämtliche Analysen, die von Software-Entwicklern eingereicht werden, wandern in eine Warteschlange, sodass es zwar Wartezeiten geben kann, diese allerdings kaum auffallen werden, da die Ergebnisse unmittelbar nach deren Berechnung im Webbrowser dargestellt werden.

  • Aufgrund der Beschränkung von 10 Megabyte pro Zip-Datei, die man zu Analysezwecken hochladen kann, empfiehlt James eine sinnvolle “Stückelung” des zu überprüfenden ausführbaren Codes. Es sollten daher vor allem diejenigen Teile einer Anwendung getestet werden, in denen einerseits das größte Parallelisierungspotenzial steckt und andererseits mögliche Bugs in Sachen Skalierbarkeit wahrscheinlich sind. Das zwingt den Programmierer gleichzeitig dazu, über die wirklich relevanten Teile seiner Software nachzudenken, in denen es auf die maximale Performance ankommt.
  • Beim Bewerten der Skalierbarkeit einer App sollte man berücksichtigen, dass vor allem datenbasierte Anwendungen besonders gut von Hyperthreading profitieren.
  • Um mögliche Risiken von außen zur minimieren (Einschleusung von Malware auf die Cloud-Server u.ä.) hat Intel natürlich diverse Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört auch eine vollständige Protokollierung der Aktivitäten auf dem Rechner, was in Kombination mit der Intel-ID potenzielle Störversuche gut kontrollierbar macht.

Falls ihr weitere Infos rund um Intel Parallel Universe braucht, könnt ihr eure Fragen jederzeit per Kommentarfunktion an mich richten. Ich leite diese gerne an James weiter.


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